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SUPSTATION

SUP Safety

Leash: Einsatzgebiet und Varianten im Überblick

 

 

Warum das Thema Leash im Blog?

SUP ist im Mainstream angekommen und verdrängt die Luftmatratzen und Badeinseln vom Baggersee. SUP Komplettsets - iSUP Boards mit Paddel und Leash - gibt´s an jeder Ecke, unter anderem sogar von Dieter Bohlen getestet bei Lidl. Die Leash wird als cooles Sicherheitsequipment dargestellt, wo und wie man diese jedoch richtig verwendet wird den Kunden jedoch nicht gesagt. Aber Vorsicht: eine falsch verwendete Leash kann sogar lebensgefährlich sein !!

 

 

Was ist eine Leash?

Eine Leash ist eine Sicherheitsleine aus reißfestem und flexiblem Kunststoff die den Paddler mit seinem Board verbindet und im Fall eines Sturz verhindert, daß Sportler und Material voneinander getrennt werden.

 

Brauche ich das überhaupt und wenn ja was für eine?

Ein generelles Ja oder Nein kann man so nicht sagen. Es kommt auf die Situation und das Gewässer drauf an. Eine Leash kann hilfreich sein, die "falsche Leash" kann jedoch auch genau das Gegenteil bewirken und einen in ernsthafte Probleme bringen. Zwei Beispiele: Auf einem großen Gewässer wie dem Ammersee oder dem Rhein sollte man generell eine coil Leash waist einsetzen, denn von der See bzw. Flußmitte zum Ufer ist es ziemlich weit und das Wasser ist auch im Sommer eher kalt. Wenn man vom Board fällt und der Wind mit 3Bft blässt erreicht man schwimmend ohne Leash sein Board evtl. nicht mehr und man ist ohne Leash in Seenot. Auf der anderen Seite kann auf stark verblockten Flüssen mit Strömung wo sich Hindernisse wie größere Steine, Treibholz oder vom Ufer ins Wasser hängende Äste befinden eine Leash lebensgefährlich sein. Wenn die Leah sich an einem Hindernis verhängt wird es kritisch, denn die Kraft des Wassers ist stärker als du. Übrigens, auch Bojen auf Schifffahrtsstraßen wie auf Rhein, Main, Neckar und Mosel stellen eine nicht zu unterschätzende Gefahr für das Paddeln mit einer Leash dar. Daher gibt es für die unterschiedlichen Einsatzzwecke unterschiedliche Leash. Zudem muss die Leash zur Länge des Boards passen.

 

 

Für unterschiedliche Einsatzgebiete gibt es unterschiedliche Leashes:

 

coil Leash waist - Spiralkabel Leine die mit einem Spezialgurt an der Hüfte befestigt wird

Der Spezialgurt besitzt einen Panikverschluß / Schnellöffung für den Notfall, wenn sich die Leine an einem Hindernis verfangen sollte und man sich schnell vom gesamten System auch unter der Last des Wasserdrucks trennen muss. Die Spiralleash hängt nicht im Wasser und kann daher nicht so leicht an einem evtl. Hindernis hängen bleiben. Übrigens, die nette kleine rote Tasche am Hüftgurt ist ein weiteres Sicherheitsequipment welches man Wurfsack nennt und im Wildwasser zur Sicherung und Rettung von anderen PaddlerInnen vom Ufer aus einsetzt.

Einsatzgebiet: Fließgewässer, Wildwasser, Riversurfing sowie Race und/oder Touren auf grossen Seen und Flüssen bei extremen Bedingungen.

 

coil Leash calf - Spiralkabel Leine die unterhalb des Knie an der Wade befestigt wird

Die Spiralleash hängt nicht im Wasser und bremst damit nicht das Board. Die Befestigung untern dem Knie erhöht die Bewegungsfreiheit und verhindert dass wenn man auf dem Board hin und her läuft auf die Leash tritt. Einsatzgebiet: Touring und Race auf großen Gewässern (See, Meer ohne Brandung) ohne Hindernisse im Wasser sowie Race und Downwinder auf dem offenen Meer. 

 

straight Leash calf - Gerade Leine die unterhalb des Knie am hinteren Bein befestigt wird

Die Befestigung unter dem Knie bietet viel Bewegungsfreiheit und ermöglicht Boardwalk Manöver auf der Welle, ohne dass man auf die

Leash tritt. Die Gerade Leash streift zwar idurchs Wasser, das macht beim Wellenreiten jedoch wenig aus. Dafür wickelt sich die gerade Leash im Vergleich zur Spiralleash bei einem Sturz nicht um Arme und Beine. Einsatzgebiet: Wellenreiten mit Longboards > 9"

 

straight Leash ankle - Gerade Leine die am Sprunggelenk des hinteren Beins befestigt wird

Die Befestigung am Knöchel ist vor allem bei Wellen mannshoch und höher empfehlenswert, denn der Zug auf der Leash bei einem Vollwaschgang ist beachtlich und bei einer Knieleash ist dies sehr schmerzhaft. Beim Wellensurfen niemals eine Spiralleash verwenden, diese kann sich um Arme und Beine wickeln was einerseits Schmerzhaft ist und zudem ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellt. Einsatzgebiet: Brandungssurfen, Wellenreiten mit Boards < 9"

 

 

Wo befestige ich die Leash am Board?

Bei Allround, Touring, Wildwasser- und Wellen SUP Boards immer am Heck. Hierfür gibt es beim iSUP extra eine aufgeklebte Metallöse oder beim Hardboard ein einlaminierte Halterung die man als "Leash Plug" bezeichnet. Die Leash wir mit einem Tampen am Leash Plug befestigt (siehe Bilder) Bei Race- und Downwindboards gibt es zudem oft optional die Möglichkeit die Leash vor der Standposition am Board zu befestigen. Dies hat den Vorteil, daß man z.B. beim Pivot Turn nicht auf die Leash tritt. Wichtig: Niemals die Leash am Arm oder dem vorderen Fuß befestigen !!

 

Welche Länge sollte die Leash haben?

Zu lang oder zu kurz ist nicht Optimal. Als Faustregel gilt: mindestens so lange wie das Board, max. 1-2" länger als das Board. Vor allem für Einsteiger beim Wellensurfen besser etwas länger als zu kurz, denn wenn man nach vorne über die Brettspitze ins Wasser fällt kann man sich bei einer zu kurzen Leash verletzten da man vom eigenen Board getroffen wird. Ist die Leash zu lange kann dies auch zu Problemen und Gefahren führen.  Zum Beispiel beim Wellensurfen "fliegt" das Board mit einer langen Leash bei einem Sturz sehr weit weg und kann andere Wassersportler gefährden. Oder im Wildwasser: wenn man eine zu lange Leash hinter dem Board durchs Wasser schleppt kann sich diese in einem Hindernis verfangen.

 

 

Mein persönlicher Hinweis: SUP Safety beginnt im Kopf vor dem Paddeln !! Die passende Ausrüstung alleine reicht nicht aus. Eine Riskiobeurteilung des Paddelreviers vor der Tour ist Pflicht. Reviercheck sowie Wasserstand und Wetterbedingungen unbedingt ein paar Tagen vor der Tour bei der Planung zuhause checken und unmittelbar bevor man aufs Wasser geht nochmal gegenchecken, ob auch alles der Vorhersage entspricht. Im Idealfall nicht alleine paddeln und die örtliche Notfallnummer (im Ausland inkl. Ländervorwahl) unter den Favoriten auf dem Handy abspeichern.

 

 

 

Hinweis: wir haben diese Informationen mit bestem Wissen und Gewissen aufgrund unserer langjährigen Erfahrung zusammen gestellt und hoffen euch hiermit bei eurer persönlichen Entscheidungsfindung unterstützen zu können. Der Inhalt unserer Aufstellung gibt unsere persönliche Vorlieben und unsere Meinung wieder. Es besteht keine Haftungsanspruch.

 

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